Peter Goldman

"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen." – Heinrich Heine

Social Network – Sucht

Ich habe gerade in Facebook wieder eine “Zwangseinweisung” in eine Gruppe bekommen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich relativ viele Gruppen habe. Da ich nicht nur da gut gestellt bin, will ich mal hier ein kurzes Zahlenspiel mit meinen Social Media – Accounts usw. betreiben.

  • 16 Twitter-Accounts + 3 in Planung (Artikel dazu auch in Planung)
  • 10 Facebook-Gruppen
  • 7 Facebook-Fanpages
  • 2 Tumblr-Accounts
  • 4 Tumblr-Blogs
  • 3 WordPress.com-Accounts
  • 5 Blogs auf WordPress.com
  • 3 WordPress-Blogs auf eigener Domain
  • 3 YouTube-Accouts
  • 2 Blogger-Accounts
  • 3 Blogger-Blogs
  • 1 Blog.de-Account
  • 1 GooglePlus-Accout
  • 1 Xing-Account
  • 1 Diaspora-Account
  • 1 identi.ca-Account

 

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Pixity – Die Stadt der Unsichtbaren von Dieter Paul Rudolph

Ich mache so etwas ja nicht oft. Nein, nicht Bücher lesen. Das mache ich häufig genug, wobei das seit dem ich aktiv im Netz bin, das doch ein wenig nachgelassen hat. Ich rede von Rezensionsexemplare von Büchern anzufordern und entsprechend eine Rezession darüber zu schreiben. Aber ich wollte das auch mal ausprobieren, also habe ich mich bei “Blog dein Buch” angemeldet und mir ein Buch zuschicken lassen.

 

Klappentext

“Auf der Suche nach dem Mörder eines Geschäftspartners gerät der Programmierer Nils Bentner tief in eine von ihm selbst geschaffene Welt. Was für ein Ort! Pixity ist eine virtuelle Stadt aus animierten Figuren und Sprechblasen, ein multimedialer Chat für Jugendliche, der das Unmögliche möglich macht. Aus Männern werden Mädchen, aus einer Person zwei oder aus zwei Personen eine. Eine Stadt aus Lügen und ohne Gesichter, ein pädagogisches Idyll über einer Kloake aus Pädophilie und obskurem Sex.
Je deutlicher sich aber die Gesichter aus dem virtuellen Nichts schälen, desto diffuser werden sie in Wirklichkeit. Noch bevor Bentner zwischen Tätern und Opfern, Rächern und Gerächten unterscheiden kann, steht er selbst in der Schusslinie eines plötzlich sehr realen Krieges.”

 

Autor

“Dieter Paul Rudolph, 1955 in Blieskastel/Saar geboren, arbeitet als Literaturwissenschaftler und Multimedia-Entwickler, Kritiker, Herausgeber und Autor. Sein erster Kriminalroman “Menschenfreunde” erschien 2008 im Shayol – Verlag. Er ist Herausgeber der zehnbändigen Reihe “Criminalbibliothek 1850 – 1933,” Mitherausgeber der “Krimijahrbücher” und als “dpr” fleißiger Blogger im Internet (www.hinternet.de/weblog).”

 

Inhalt

Wie man dem Klappentext schon entnehmen kann, geht es um den genialen Programmierer Nils Bentner. Er gründete zusammen mit vier anderen enthusiastischen und idealistischen die Firma PixBiz, die sich um die Umsetzung von Pixity kümmern sollte. Pixity ist eine Art MMO für Schüler, in der sie zusammen lernen sollen, umso bessere Noten für die Schule zu bekommen. Das war zumindest die Idee. Sehr schnell veränderten sich die Interessen der anderen Beteiligten und aus Pixity wurde eine Gelddruckmaschine. Dem verantwortlichen Grafiker wurde die ganze bald zu bunt, ließ sich auszahlen und verschwand aus dem Team.  Man stellte weitere Programmierer ein und der eigentliche Programmierer, der “Gott” der Stadt und Welt, Bentner wurde zum Wächter degradiert, der Fakes, z.B. notgeile Pädophile aus dem Spiel rausschmeißen soll. So lebte er ein paar Jahre vor sich hin, wurde von seiner Frau verlassen und war selbst drauf und dran auszusteigen, als plötzlich einer der Geschäftspartner nicht zur Arbeit kommt und schließlich mit einem Messer im Rücken tot aufgefunden wurde. Bentner fängt an den Tod seines Geschäftspartners zu hinterfragen und ermittelt auf eigene Faust, sowohl im echten Leben, als auch in Pixity. In der ein Mädchen mit “goldenen Blut” auftauchte und so gar nicht zu den anderen Kindern passt. Er verliert sich fast in der virtuellen Welt und bekommt einen Spiegel vorgesetzt, was er denn eigentlich mit der Stadt erschaffen hat.

 

Stil

Erzählt wird die ganze Sache aus Sicht von Bentner. Daber tritt er nicht als Erzähler auf, sondern eher als Person über deren Schulter man schaut.

Immer wieder wechseln sich das geschehen um Bentner mit dem geschehen in der Stadt ab. Man liest Chatauszüge, mit der typischen Netzsprache, verbunden mit kindlicher Artikulation und Umgehungen des Wortfilters.

Dabei macht die Schreibweise vom Anfang bis zum Ende eine Wandlung durch. Am Anfang noch relativ klar und deutlich wird die Art zu schreiben immer verworrener und schwieriger zu verstehen. Es ist so, als hätte der Autor am Ende vergessen, dass es noch ein paar mehr Satzzeichen gibt, als das Komma.

 

Meinung

Selten schaffte es ein Buch mich so sehr zu fesseln, wie dieses. Man will regelrecht wissen, wie es weitergeht und legt bevor man das nicht weiß das Buch aus der Hand.

Erschreckend an der ganzen Geschichte ist, dass sie so unglaublich real ist. Nichts von dem ist so unwahrscheinlich und lässt uns hinterfragen, ob wir unsere Kinder wirklich ohne irgendwelche Anleitungen auf diese virtuelle Welten loslassen wollen. Man erkennt, wie bei so vielen Dingen, dass auch hier die Medienkompetenz das wichtigste überhaupt ist.

Die Charaktere sind nicht wirklich ausgearbeitet. Das müssen sie aber auch nicht sein. Man weiß, wer welche Rolle spielt und was er so macht. Nils z.B. der gescheiterte, idealistische Programmierer. Money-Quote: “…wahrscheinlich fickt der auch in C++ oder Java oder Flash.” Man versteht sie und fühlt stellenweise mit, ist aber froh, dass man sie nicht kennt.

 

Fazit

Alles in allen ist das ein Buch, welches ich jedem empfehlen kann zu lesen. Vor allem, wenn man sich selber mit MMOs und Sozialen Netzwerke und deren Wirkung auf Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene beschäftigt. Spannend bis zur letzten Seite.

 

Zusammenfassung

Name: Pixity – Stadt der Unsichtbaren

Autor: Dieter Paul Rudolph

Verlag: Conte Verlag

Preis: 13,90 €

Wo zu bekommen: Direkt auf der Verlagswebseite

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ALG2 und die Sache mit den Sanktionen

Noch mal kurz als Erinnerung, warum ALG 2 eigentlich verfassungsfeindlich ist.

SGB II

§ 31 Pflichtverletzungen (Quelle)

(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte verletzen ihre Pflichten, wenn sie trotz schriftlicher Belehrung über die Rechtsfolgen oder deren Kenntnis

1.
sich weigern, in der Eingliederungsvereinbarung oder in dem diese ersetzenden Verwaltungsakt nach § 15 Absatz 1 Satz 6 festgelegte Pflichten zu erfüllen, insbesondere in ausreichendem Umfang Eigenbemühungen nachzuweisen,

2.
sich weigern, eine zumutbare Arbeit, Ausbildung, Arbeitsgelegenheit nach § 16d oder eine mit einem Beschäftigungszuschuss nach § 16e geförderte Arbeit aufzunehmen, fortzuführen oder deren Anbahnung durch ihr Verhalten verhindern,

3.
eine zumutbare Maßnahme zur Eingliederung in Arbeit nicht antreten, abbrechen oder Anlass für den Abbruch gegeben haben.

Dies gilt nicht, wenn erwerbsfähige Leistungsberechtigte einen wichtigen Grund für ihr Verhalten darlegen und nachweisen.

(2) Eine Pflichtverletzung von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist auch anzunehmen, wenn

1.
sie nach Vollendung des 18. Lebensjahres ihr Einkommen oder Vermögen in der Absicht vermindert haben, die Voraussetzungen für die Gewährung oder Erhöhung des Arbeitslosengeldes II herbeizuführen,

2.
sie trotz Belehrung über die Rechtsfolgen oder deren Kenntnis ihr unwirtschaftliches Verhalten fortsetzen,

3.
ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht oder erloschen ist, weil die Agentur für Arbeit das Eintreten einer Sperrzeit oder das Erlöschen des Anspruchs nach den Vorschriften des Dritten Buches festgestellt hat, oder

4.
sie die im Dritten Buch genannten Voraussetzungen für das Eintreten einer Sperrzeit erfüllen, die das Ruhen oder Erlöschen eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld begründen.

Grundgesetz

Artikel 1 (Quelle)

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 12 (Quelle)

(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.

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Spiegel der Gesellschaft

Games sind ein Spiegel der Gesellschaft. Natürlich sind sie das, denn jede Form von Kultur – und ja Games gehören zur Kultur – sind ein Spiegel ihrer Zeit. Wenn die Welt friedlich ist, dann sind es auch Spiele und wenn die Welt brutal ist, dann sind die Spiele es ebenfalls.

Zu sagen, dass man durch Video- und Computerspiele gewalttätig wird, ist so, als würde man behaupten, dass man durch die “Mona Lisa” Mordfantasien bekommt. Spiele werden durch die Menschen brutal und nicht umgekehrt. Alle anderen Behauptungen sind nur dazu da um von den wahren Problemen abzulenken.

  • Wie kann es denn anders sein, dass ein Staat anscheinend Billionen (eine Ziffer mit zwölf Nullen) für ein Militär ausgibt, welches es eigentlich in einer globalisierten, von einander abhängigen Gesellschaft gar nicht mehr braucht und stattdessen immer weniger in Kultur, Sozialität und Bildung steckt?
  • Wie kann es anders sein, dass Firmen und Länder gewalttätige Bürgerkriege finanzieren, um ihre Interessen durchzukriegen?
  • Wie kann es sein, dass gewählte Vertreter gegen ihr eigenen Volk vorgehen und versuchen diese in die Schranken zu weisen?
  • Wie kann es sein, dass in einen aufgeklärten und toleranten Staat noch immer Dinge wie Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit entsteht?

So lange sich die Gesellschaft nicht ändert, werden Spiele immer brutal sein und es auch bleiben. So lange sich die Gesellschaft nicht ändert, werden Medien immer brutal sein und es auch bleiben, denn Medien, egal in welcher Form, sind ein Spiegel der Gesellschaft.

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Warum die Diskussion um den Atomausstieg gerade jetzt wichtig ist

Erst einmal vorneweg. Ich will hier gar nicht über das Für und Wider von Atomkraft reden und auch nicht Argumente bringen, die besagen, was nun besser ist, das wurde schon oft genug getan und wird auch noch in naher Zukunft noch oft getan. Nein ich will nur erläutern, warum ich dafür bin jetzt eine Diskussion um den Atomausstieg zu führen.

Natürlich bin ich nicht so ein Unmensch, dem das Leid der Japaner nicht nahe geht. Ich sehe das Ganze nur ein bisschen differenzierter. Wer über die knapp 12.000 Tote trauert, der muss auch täglich über die 24.000 Hungerstote trauern oder über die Menschen, die derzeit in Libyen durch den dortigen Bürgerkrieg umkommen.

Entsprechend kann ich mich nicht der Argumentation anschließen, wenn man sagt, dass es pietätlos ist jetzt damit Wahlkampf zu betreiben und einen Atomausstieg zu fordern.

Natürlich muss man das jetzt machen!

Der Wähler, speziell der deutsche Wähler leidet nun mal gern unter Gedächtnisverlust und hat in einen Monat vielleicht auch zwei schon wieder vergessen, was da in Japan eigentlich passiert ist. Man kann das derzeit sehr schön an den Umfragewerten der CDU und FDP in Baden-Württemberg sehen. Der Wähler hat anscheinend den Bahnhof in Stuttgart und die damit übertriebene Gewalt der deutschen Polizisten vergessen und geht wieder schön die alten bekannten Parteien wählen. Deswegen ist es ja auch so wichtig das Thema schnell aufzugreifen und so lange wie möglich in den Köpfen der Menschen zu halten, gerade in einem Monat, zu dem gleich drei Landtagswahlen angesagt sind (Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz).

Die Laufzeitverlängerung (auch, wenn sie jetzt für drei Monate ausgesetzt ist) haben uns nun mal die CDU und FDP eingebracht. Entsprechend muss man auch schauen, ob diese Entscheidung von den Parteien die Richtige war und abwägen, ob nicht vielleicht eine andere Partei zu den Landtagswahlen richtig ist (das Gesetz zur Laufzeitverlängerung musste auch durch den Bundesrat). Und wenn die Leute jetzt durch das Unglück in Japan endlich verstehen, dass Atomenergie eben nicht die lustige sichere und billige Energie ist, so bin ich froh, dass dann diesen Monat evtl. ihren Haken woanders setzen.

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