Peter Goldman

"Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen." – Heinrich Heine

PL (15)

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Protokoll von offener Politikrunde aus dem GamesCamp

Offene Politikrunde

-          Diskussion zum Jugendschutz sollen kommen

-          ESL macht viele Events

-          Deutschland hat den härtesten Jugendschutz Europaweit

-          Es gibt einen Generationenkonflikt

-          In früheren Jahren gab es den Versuch Computerspiele zum Sündenbock zu machen

-          Computerspiele sind mittlerweile zum Kulturgut geworden -> in der Politik ist da mittlerweile angekommen

-          Politiker suchen Sündenbock

-          Bei Amokläufen war das Problem mit dem Umfeld, Mobbing -> waren meisten Racheakte

-          Nicht komplett auf das eine und andere schieben -> wenn jemand nicht Realität unterscheiden kann, können Computerspiele schon problematisch sein

-          Politiker-LAN -> eine Möglichkeit die Spiele zu zeigen -> es gibt Änderungsprozesse

-          Gaming hat schlechtes Image -> sondern der lasche Waffenbesitz

-          Waffenbesitz verstärkt die Möglichkeit, dass jemand Amokläuft

-          Skandinavischen Länder ist ein liberaleres Gesetz -> Leute müssen lernen verantwortungsbewusst sowohl mit Spielen, als auch mit Waffen umgehen

-          Es ist ein kulturelles Problem sich immer einen Sündenbock zu suchen

-          Amokläufe (erweiterte Selbstmorde) -> sind pathologisch

-          Es gibt die Möglichkeit die Abgeordneten damit zu konfrontieren

-          Politiker unterscheiden sich von ihren Aussagen

-          U-Bahn-Schläger z.B. haben auch andere Probleme, Schulprobleme

-          Natürlich spielen Medien eine gewissen Rolle

-          Mediennutzung verursacht nicht nur die Probleme -> sondern psychisch krank -> keine Kompetenz

-          Politik ist schwierig sie zu überzeugen, weil sie sich nicht

-          Artikel 2 Absatz 2 steht die allgemeine Handlungsfreiheit -> darf man sich nicht gefallen

-          Einzige Möglichkeit wie Politiker lernen ist Schmerz -> abstimmen für eine Partei, die die eigene Meinung nicht anspricht

-          Manche Spiele können ein Spiel nicht von der Realität unterscheiden

-          Es gibt bei Büchern keine rechtliche Bindung -> es gibt ein Gesetz für pornografische Inhalte

-          Lehrer sind heutzutage überarbeitet und Eltern -> dort kriegt man bei der Erziehung mitgeteilt, dass Gewalt etwas schlechtes ist -> genauso der Jugendschutz ebenfalls

-          Gewalt wird bei uns tabuisieren -> positive Gewalt -> wir brauchen die Auseinandersetzung mit der Gewalt und verbieten ist nicht wirklich gut -> man regt sich über Mediengewalt statt über reale Gewalt

-          Warum werden Spiele geschnitten, wenn sie ab 18 sind? -> es ist eine Gradwanderung zwischen Gewalt und Gewaltverherrlichend -> müssen es verändern, dass es nicht indiziert werden

-          Computerspiele gehören mit zu den kleinsten Gruppen, die indiziert

Kernpunkte:

  1. Gamer sind eine politische Macht und die können da auch mit Einfluss nehmen. Politische Aufklärung.
  2. Mediendebatte zur Gewalt ist eine Scheindebatte anstatt bei realer Gewalt.

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Spiegel der Gesellschaft

Games sind ein Spiegel der Gesellschaft. Natürlich sind sie das, denn jede Form von Kultur – und ja Games gehören zur Kultur – sind ein Spiegel ihrer Zeit. Wenn die Welt friedlich ist, dann sind es auch Spiele und wenn die Welt brutal ist, dann sind die Spiele es ebenfalls.

Zu sagen, dass man durch Video- und Computerspiele gewalttätig wird, ist so, als würde man behaupten, dass man durch die “Mona Lisa” Mordfantasien bekommt. Spiele werden durch die Menschen brutal und nicht umgekehrt. Alle anderen Behauptungen sind nur dazu da um von den wahren Problemen abzulenken.

  • Wie kann es denn anders sein, dass ein Staat anscheinend Billionen (eine Ziffer mit zwölf Nullen) für ein Militär ausgibt, welches es eigentlich in einer globalisierten, von einander abhängigen Gesellschaft gar nicht mehr braucht und stattdessen immer weniger in Kultur, Sozialität und Bildung steckt?
  • Wie kann es anders sein, dass Firmen und Länder gewalttätige Bürgerkriege finanzieren, um ihre Interessen durchzukriegen?
  • Wie kann es sein, dass gewählte Vertreter gegen ihr eigenen Volk vorgehen und versuchen diese in die Schranken zu weisen?
  • Wie kann es sein, dass in einen aufgeklärten und toleranten Staat noch immer Dinge wie Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit entsteht?

So lange sich die Gesellschaft nicht ändert, werden Spiele immer brutal sein und es auch bleiben. So lange sich die Gesellschaft nicht ändert, werden Medien immer brutal sein und es auch bleiben, denn Medien, egal in welcher Form, sind ein Spiegel der Gesellschaft.

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Ein offener Brief an Frau Haderthauer

Sehr geehrte Frau Haderthauer,

aktuell machen Sie und Ihr Ministerium ja – zu mindestens in der  Spiele-Gemeinschaft – mit einer Debatte der derzeitige Prüfungsverfahren von USK und BPJM von sich reden [1. http://www.chip.de/news/Dead-Space-2-Freigabe-Bayern-stellt-USK-in-Frage_46706768.html].

In diesem Zusammenhang haben Sie unter anderem bei dem Spiel  „Dead Space 2“ mittels eines so genannten Appellationsverfahren eine erneute Prüfung durch die USK gefordert. Diese kam aber wieder zu dem Entschluss, dass „Keine  Jugendfreigabe“, die beste Einstufung dieses Titels ist. Jetzt fordern Sie eine erneute Prüfung des aktuellen Jugendschutzes, eine „Verbesserung des  USK-Verahrens“ und eine Möglichkeit eine Prüfung durch die BPJM, auch wenn das  USK-Verfahren zu einer eindeutigen Einschätzung kam. Als Grund geben Sie unter  anderem an, dass „im bisherigen Verfahren eine Reihe fachkundiger Gutachter das  Spiel als indizierungswürdig bewertet hatten“.

Inwieweit sehen Sie es als notwendig an, die USK quasi zu entmachten und jede ihrer Entscheidungen auf den Prüfstand zu stellen? Deutschland hat eines der härtesten Jugendschutzgesetze der Welt. Insofern erschließt es sich nicht für mich, dass Sie eine erneute Verstärkung des Jugendschutzes verlangen. Die USK setzt sich aus Vertretern der obersten Landesjugendbehörden, Pädagogen, Journalisten, Sozialwissenschaftler oder Jugendbeauftragter zusammen, die eigentlich aufgrund ihrer Laufbahn wissen sollten, wie man ein Spiel am besten bewertet. Warum also, muss die BPJM noch als zusätzliche  Instanz der Alterseinstufung eingeführt werden?

Wäre es nicht besser, mehr auf die Aufklärung der Eltern und auch Kinder zu setzen, als erwachsenen Menschen den Bezug dieser legalen Medien zu erschweren? Verbote haben selten geholfen ein Problem in den Griff zu kriegen. John B. Priestley hat einmal gesagt: „Verbotenes bekämpft man am besten, indem man es erlaubt.“ Stattdessen sollte es doch möglich sein das ganze Geld, was wir bei ebensolchen Verboten und Kontrollen aufbringen, in die Aufklärung und Bildung zu stecken.

Es stellt sich auch die Frage, warum Computer- und Videospiele vom Jugendschutz härter behandelt werden und durch Ihre Initiative noch härter behandelt werden sollen, als z.B. Filme oder Bücher? Meiner Meinung nach ist das die typische Angst des Menschen vor neuem, vor Dingen, die er nicht versteht.

Im Übrigen würden mich die Namen der genannten „fachkundigen Gutachter“  interessieren, auf dass sich die interessierten Bürger ein Bild von deren Qualifikation und Kompetenz machen können.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Beuster, Mitglied im KV Erfurt der Piratenpartei Deutschland

Dies ist ein offener Brief. Er und Ihre Antwort wird auf www.peter-goldman.de und www.piraten-erfurt.de veröffentlicht.

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Zusätzlich auf, wie schon erwähnt auf www.piraten-erfurt.de. Vielen Dank an André für die Hilfe.

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Die Entwicklung der Spiele

Ich erinnere mich immer wieder gerne an meine Games-Vergangenheit zurück. Das gab es Spiele, wie z.B. Prince of Persia, die derart bockschwer waren, dass man teilweise Wochen gebraucht hat, bevor man den Dreh raus hatte. Und ist man dann trotz Übung dennoch gestorben, so war das Spiel vorbei und man durfte völlig von Neuem anfangen, denn eine Speicherfunktion gab es in diesem Spiel nicht. Ich weis noch, wie ich immer wieder angefangen habe und das Spiel nach mehreren Versuchen wieder in die nächste Ecke geklimpert habe.

Ich erinnere mich immer wieder gerne an Baldurs Gate zurück, in welchem man schon etwas Geschick beweisen musste, bei der Verteilung seiner Charakter-Werte bzw. beim Würfeln und damit verbundenen Ausrüstung. In diesem Spiel musste man sich überlegen, ob ein Bastardschwert mit den Werten 2W4 (2 Würfe mit einem 4 seitigen Würfel) oder ein Kurzschwert mit 1W6 besser für seinen Kämpfer ist. Selbst bei der Auswahl der Charakterklassen in der eigenen Truppe musste man sich überlegen, was besser ist, denn ein Team nur mit Nahkämpfern wird auf lange Sicht hin nicht wirklich erfolgreich sein. Und die Story… der Sohn eines Gottes muss gegen seinen eigenen Bruder kämpfen, der einen umbringen will, weil er selber in göttliche Gefilden aufsteigen möchte. Keine Rettung der Welt, keine “Ich bin der große Held und rette die Welt”-Masche, einfach nur sein eigenes Leben retten. Das ist der Stoff, aus dem wahre, gute Geschichten sind.

Leider, so muss ich sagen geht die Entwicklung der Games in eine komplett falsche Richtung. Die Spiele sind einfacher geworden. Mass Effect z.B. spielt sich eher wie ein Shooter, als wie ein Rollenspiel. Selbst die Kämpfe in Dragon Age fühlen sich alle irgendwie nach Casual an. Von der “Ich bin der große Held und rette die Welt”-Story ganz zu schweigen. Wahrscheinlich bin ich von Dragon Age nur so begeistert, weil es ein Spiel mal fernab von der guten–böse–Seite und noch dazu von den Machern von Baldurs Gate ist.

Es ist sicherlich nicht verwunderlich, dass diese Entwicklung so voran streitet. Games sind mittlerweile der größte Markt im Entertainment-Bereich und natürlich will jede Firma ihr Stück vom Kuchen ab haben. Das bedeutet, dass man die Spiele vereinfachen muss, breiter gestalten muss, um wirklich viele Geschmäcker abzudecken. Dabei merken aber viele Firmen und auch Spieler nicht, dass die Spiele immer ähnlicher werden. Allein im MMO-Bereich gleicht fast ein Spiel dem anderen. Wenige Ausnahmen, wie Pirates of the burning Sea oder Eve Online bilden hierbei nur Nischenprodukte.

Ich für meinen Teil befürchte, dass die Spiele-Welt in Zukunft nur noch aus Einheitsbrei bestehen wird. Es passiert ganz selten, dass mal innovative Spiele mal versucht, geschweige denn erfolgreich werden. Das ist auch einer der Gründe, warum ich Minecraft so toll finde. Eine neue, Lego ähnliche Idee, die von einem Indie-Entwickler praktisch nur über Mundpropaganda verbreitet und erfolgreich wurde.

Da richtet sich meine Kritik vor allem an die Spieler und auch Zeitungen, die über Spiele berichten. Versucht doch einmal bitte auch kreative Ideen zuzulassen. Schaut nicht immer nur auf die Technik, Grafik oder sonstigen, eigentlich unwichtigen Mist. Versucht doch mal die wahren Perlen unter der Oberfläche zu finden. Holt euch Minecraft, Europa Universalis, Amnesia, Politik Simulator und wie sie alle heißen.

Versucht auch bockschweren Spielen einmal eine Chance zu geben. Dann funktioniert es eben nicht beim ersten Mal, versucht es noch einmal und noch einmal. Fühlt euch an euren Ehrgeiz gepackt und kämpft immer wieder gegen diese Windmühlen, denn es könnte sich lohnen, am Ende des Spieles mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit da zu sitzen und sich zu denken: “Yeah, ich habe auch dieses Spiel geschafft.”

Das wäre meine Bitte an die Zukunft und auch mein Wunsch für das kommende Jahr, weniger Casual mehr Core.

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